Category: konferenzen

Flow @ London Lean Kanban Days

Dieses Jahr habe ich bei der OOP ein Pecha Kucha (20×20) zum Thema “Flow” gehalten. Martin Heider – der Organisator dieses speziellen Abends – hatte vorab gefragt, ob auch wir einen thematischen Beitrag leisten könnten. Frohen Mutes hatte ich zugestimmt. Bei der Wahl des neuen Themas war ich jedoch unentschlossen, weshalb Martin einen Tipp für mich hatte. Ich sollte einfach nur ein Wort nennen, und den Inhalt emergent werden lassen. Kurzerhand entschied ich mich für “Flow” – ohne die Folgen voraussehen zu können.

Bei den Inhalten, die wir für das Pecha Kucha zusammen trugen, stiess ich auf einen Teilbereich der Psychologie, der sich um den Zustand des “im Flow seins” kümmert. Einer der herausragenden Autoren in diesem Bereich ist Mihaly Csikszentmihalyi. Zwei seiner Bücher später war klar, dass dies definitiv kein Kanban-Vortrag werden würde, sondern darüber, wie wir uns selbst – und vielleicht auch unsere Teams – wahrscheinlicher “in die Zone” bringen können.

Das Video und die Inhalte des Pecha Kucha könnt ihr in diesem Blogpost finden.

Kurz nach dem Vortrag bei der OOP fragte mich Jose Casal, welches Thema ich denn bei den nächsten London Lean Kanban Days (LLKD19) verwenden wolle. Mit der Hilfe aller Coaches der coach und coach gelang es, aus den 6:40sek, einen Einstündigen Workshop zu gestalten und in die Räume der British Computer Society zu bringen.

Unter den Vortragenden der LLKD19 waren Grössen wie, Lisette Sutherland, Patrick Steyaert, Gitte Klitgaard und Daniel Vacanti und mit einem Sprecher : Teilnehmer-Verhältnis von 1 : 5, war genug Raum für jeden, um sich tief über die Themen der Konferenz auszutauschen.

Beim schreiben dieser Zeilen sitze ich im Flugzeug zurück nach Zürich. Der Workshop war ein Erfolg, die Vertiefung des Themas Flow wurde gut aufgenommen. Zusätzlich konnten wir die Teilnehmer auch mit einer Innovation in Schätzverfahren überraschen. Den von uns benannten “Flow Estimates”. Einer Schätzart, welche ohne Grössenschätzungen (sizing) auskommt.

Mehr dazu in unserem nächsten Beitrag.

Unser teambasiertes Lernzonenmodell auf der OOP-Konferenz

Ein Teil des tollen “Graphic Recordings”, durch Remarker

Vom 21. bis 25. Januar 2019 fand die OOP 2019, eine Konferenz mit über 150 Sessions in neun parallelen Tracks, in der Messe München statt. Unter dem Motto «software meets business» trafen sich Geschäftsführer, Finanzvorstände, Software-/ System-Architekten, Projektleiter sowie erfahrene Entwickler aus allen Branchen und Unternehmensgrößen, um gemeinsam zu lernen, diskutieren und networking zu betreiben.

Zusammenfassung

Die coach und coach war dieses Jahr mit dem Workshop «Exploring areas outside your teams comfort zone» einer dieser 150 Beiträge. Die Organisatoren hatten uns eingeladen unser «teambasiertes Lernzonenmodell» mit den Konferenzbesuchern zu teilen. Das Modell unterstützt jegliche Gruppen dabei, Transparenz rund um die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen zu schaffen, Lernoptionen zu identifizieren und Inhalte, die für die Gruppe ungemütlich sind, sichtbar und wertschätzend zu platzieren.

Mehr zu den Details

Die Ziele unseres Workshops sind:

  • das Lernzonen Modell vorstellen, da wir es erfolgreich mit Kunden einsetzen,
  • den Teilnehmern die Möglichkeit bieten, es selbst auszuprobieren und
  • den Einsatz des Lernzonenmodells im Kontext einer grösseren Gruppe (Team, Abteilung) zu simulieren.

Unser Fokus liegt darauf, die Lerninhalte in kompakten Blöcken aus Theorie und Praxis so aufzubereiten, dass sie gleichermassen Spass machen und Lernen fördern.

Was ist das Lernzonenmodell?

Das Modell besteht aus der Komfortzone, Lernzone und Panikzone. Im abgebildeten Foto sind diese von Innen nach Aussen mit den Farben grün, gelb und rot gekennzeichnet. Die Einfachheit dieses Modells ist sein grosses Plus, da es in beinahe allen Kontexten, in denen sich Menschen befinden, eingesetzt werden kann.

Durch angeleitete offene Fragen werden die drei Zonen des Modells befüllt. Diese Einträge sind aus den unterschiedlichsten Bereichen und können zum Beispiel Aktivitäten, Technologien, Vorgehen, Umgangsformen, Dokumente, Prozesse, Rollen, Menschen, etc. sein.

Je nach Kontext eines Lernzonenmodells können Komfortzone, Lernzone und Panikzone völlig unterschiedlich aussehen. Sowohl die Menge an Einträgen in den einzelnen Zonen, als auch die Grössenverhältnisse der Zonen zueinander variieren stets.

Das Modell in der Anwendung

Der Ausdruck der Komfortzone ist im deutschen Sprachraum verbreitet: Hier finden sich jene Dinge wieder, bei denen ich mich sicher fühle oder welche ich routiniert erledige. In der Panikzone befindet sich alles, wo eine Grenze überschritten wird. Die Lernzone dazwischen beheimatet Dinge, die ich durch Lernen, Übung und Verantwortungsübernahmen in meine Komfortzone aufnehmen kann. Dadurch wächst die Komfortzone und ihrer Degeneration wird vorgebeugt.

Nun starten wir nach diesem kurzen sachlichen Inhalt in den Workshop. Alle Teilnehmer erhalten ein leeres Lernzonenmodell (Download unter diesem Absatz) und werden eingeladen, sich einen eigenen Kontext auszuwählen. In Stille und geführt durch unsere Fragen werden die Lernzonenmodelle befüllt.

Das teambasierte Modell

Nachdem jeder den grundsätzlichen Mechanismus des Modells und seiner Erarbeitung erlebt hat, starten wir in den namensgebenden Teil, den des Teamlernzonenmodells. Hierbei leiten wir die Teams geführt durch unsere Moderation in und über die Ränder ihrer Zonen hinaus.

Transfer in den Berufsalltag

Wenn auch Sie unser Lernzonenmodell mit Ihrem Team bzw. Ihrer Abteilung erfahren möchten, kontaktieren Sie uns. Ein solcher Workshop hilft bei den folgenden Herausforderungen:

  • Zusammenhalt und Zusammenarbeit im Team oder der Abteilung
  • Blinde Flecken des Teams, die Risiken bedeuten können
  • Teambuilding
  • Teamziele
  • Lernfelder des Teams
  • Abgrenzung zu anderen Bereichen an den Grenzen der Dienstleistung des Teams
  • Interkulturelle Fragestellungen

Einer der schönsten Aspekte des Modells ist, dass es die Teilnehmer über Monate begleiten kann, um das Wachstum ihrer Komfortzone zu unterstützen. Es ist somit kein Wegwerfprodukt, sondern ein Werkzeug, welches seine Wirkung fortwährend entfaltet.